Adminrechte
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Wie halten Sie es bei sich im eigenen Netzwerk? Sind sie auch "Domänen Administrator", damit Sie wirklich jederzeit ein Problem beheben können? Oder kennen viele Leute das Kennwort für den Benutzer "Administrator"? Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, ob Sie damit nicht genau das Problem sind ? Was bedeutet es denn genau, als Administrator täglich zu arbeiten ?
- Ich kann immer arbeiten
Natürlich können Sie als Administrator ohne erneute Abmeldung sofort alle administrativen Tätigkeiten ausführen. Das spart Zeit, weil Sie sich nicht erst umständlich ummelden müssen - Bei mir geht alles, aber
Wenn Sie ein Anwender anruft, dass bei ihm etwas nicht mehr geht ist es nicht gerade einfach für Sie, das sofort nachzuvollziehen. Als Domänen Administrator dürfen Sie meist ziemlich viel und Sie bemerken eigentlich gar nicht, dass Sie bei der Einrichtung etwas übersehen haben, was aber "normale Anwender" leider sofort bemerken. - "Drag and Drop" oder die Tücken des Explorer
Oftmals sind Sie es sogar selbst, der aus versehen, quasi als Flüchtigkeitsfehler, eine Datei oder komplette Verzeichnisstruktur per "Drag and Drop" mal eben verschoben hat. Mir ist das schon passiert und ihnen auch. Solange es nur die eigenen Dateien betrifft, ist das kein Problem aber als Administrator können Sie auch "aus Versehen" ... Reden wir nicht drüber - Wer hat Angst vor ..
... Viren, Trojaner, Keylogger? Es muss nicht immer erst das Schlimmste eintreten, um ihre Berechtigungen zu missbrauchen. Aber unrealistisch ist es nicht, dass ein ActiveX, ein JavaScript oder die schnell mal zum Test herunter geladene Software XY einen Fehler oder sogar einen Schadanteil hat. Wer heute als Administrator im Internet surft ist wahrlich von allen guten Geistern verlassen.
Generell kann ich aber nur davon abraten, als privilegiertes Konto auch tägliche Routineaufgaben, z.B. Dokumentationen, Internetrecherche etc. durchzuführen.
Welche Alternativen gibt es denn, wenn ich kein Administrator mehr sein möchte, um meine Arbeit trotzdem auszuführen und kein Risiko für mein Netzwerk zu sein ? Es fängt erst mal damit an, dass Sie selbst keine besonderen Rechte mehr haben. Um es mit Orwell zu sagen: "Alle sind gleich" und dazu zählt auch die IT-Betriebsmannschaft. Um dann doch mit erweiterten Berechtigungen arbeiten zu können, gibt es mehrere Wege, z.B.:
- RunAs
Der einfachste Weg ist natürlich, die administrativen Programme einfach per RunAs mit einem anderen Benutzerkonto zu starten. Natürlich müssen Sie das Kennwort dann auch entsprechend eingeben. Denkbar ist z.B.: eine DOS-Box mit einer anderen Hintergrundfarbe mit einem administrativen Account zu starten und von dort aus dann die erforderlichen Programme zu starten. (MMC etc.). Allerdings kann dann immer noch ein Programm oder Fehler derart zuschlagen, der eben Tastatureingaben etc. durchführt (Wenn es das richtige Fenster findet) - Terminaldienste
Das Problem der Administration vom Arbeitsplatz ist aber auch, dass Sie immer die Hilfsprogramme auf ihrem PC haben müssen, d.h. z.B.: den Exchange System Manager, die ADC-SnapIns, die IIS-SnapIns, Active Directory Benutzer und Computer und viele mehr. Und diese ganzen Komponenten müssen Sie genau wie ihren Server auch auf dem gleichen Service Pack Level halten. Da kommen einem die Termin Dienste von Windows 2000/2003 gerade rechte. Ich habe keinen Exchange System Manager mehr auf meinem PC. Nebenbei erlauben Terminaldienste es einem Administrator auch von jedem Arbeitsplatz im Unternehmen oder sogar der Welt eine Verbindung per MSTSC.EXE aufzubauen und zu administrieren, ohne die aktuelle Benutzersitzung abmelden zu müssen. Ein Beenden der Verbindung hinterlässt keine Spuren und keine Verbindungen des Administrators, die vom Anwender missbraucht werden könnten. - Zweiter PC, Administrationsserver oder Virtual PC
Wenn Sie ihren eigenen PC nicht verändern möchten, so dass er wirklich dem "Standard Arbeitsplatz" ihres Unternehmens entspricht, dann können Sie sich z.B.: einen zweiten PC mit einem Bildschirmumschalter unter den Tisch stellen. Andere Firmen stellen einen eigenen Windows Terminal Server in das LAN, der für die Administration genutzt wird. Oft laufen darauf dann auch gleich Programme wie MOM2005. Eine dritte Option ist die Installation eines Adminsystems als virtuelle Maschine auf ihrem Desktop, z.B.: mit Virtuelle Systeme. - Programme mit Rechte/Provisioning
Zuletzt gibt es auch die Möglichkeit, über entsprechende Provisioning Systeme bestimmte Tätigkeiten vereinfacht zugänglich zu machen. So kann eine Webanwendung über einen Browser viele Routinetätigkeiten nicht nur dem Administrator sondern sogar entsprechenden Personenkreisen zugänglich gemacht werden. Siehe auch Provisioning
Sie sehen also, dass der Spruch "Nur als Domänen Administrator kann ich vernünftig Arbeiten" heute so nicht mehr stehen bleiben kann.
Prinzipien eines Administrationskonzepts
Wenn Sie nun meinen, dass all das bisher gesagte ganz logisch und schlüssig klingt, dann möchte ich noch ein paar weitere Stichpunkte für eine klare Konzeption für administrative Aufgaben nennen. Folgende Liste könnte der Anfang eine Firmenrichtlinie zur Sicherung der Administration sein:
- Schutz des "Administrator"
Das Konto des „Administrators“ wird umbenannt. Das Kennwort wird versiegelt abgelegt. Dies ist daher immer ein Notfallkennwort, wenn die normalen Domänen Administratoren nicht greifbar sind. Maximal Zwei Personen haben Zugriff auf den Administrator. - Personalifizierte Domain Administrator Accounts
Für die eigentliche Administration als Domänen Administrator werden eigene Konten genutzt, d.h. es gibt gesonderte administrative Konten, die auch fest einem Benutzer zugeordnet sind und Mitglied in der Gruppe "Domänen Administratoren" sind. - Gruppe Domänen Administratoren
Die Mitgliedschaften in der Gruppe Domänen Administratoren können nur von Domänen Administratoren geändert werden. Die Mitgliedschaften sind festgelegt (Umbenannter Administrator und besondere administrative Konten). Die Gruppe der "Domänen Administratoren" enthält nur sehr wenige administrative Konten. Für die meisten Tätigkeiten ist es nicht notwendig, "Domänen Administrator" zu sein. - Sicherung der Domain Controller
Eine Anmeldung auf Infrastrukturservern soll nur den "Domänen Administratoren" möglich sein. Sofern andere Dienste (z.B. DNS, Gruppenrichtlinien ) zu administrieren sind, sind entsprechende Server zu nutzen. Allgemeine Funktionen wie die Ansicht des Eventlog, Einstellungen von SNMP, Backup etc. können remote oder per Gruppenrichtlinie erfolgen. Dienste wie DHCP, DNS werden über die eingebauten Gruppen delegiert. - Kein „normaler“ User mit erweiterten Rechten
Alle persönliche Benutzerkonten sind „nur“ Benutzer. Kein solches Benutzerkonto hat erweiterte Rechte im Bereich der Administration. Sie dienen nur der normalen Arbeit. - Personalisierte Administratorenkonten
Jeder Benutzer mit administrativen Aufgaben bekommt einen zusätzlichen administrativen Account. Dieser erhält administrative Berechtigungen zur Verwaltung über Gruppen. Der Account darf nur für administrative Zwecke genutzt werden. Diese Konto hat z.B.: kein Anmeldeskript, kein Profil und nur eingeschränkt Zugriff auf das Internet. - Vergabe administrativer Rechte über Gruppen
Alle Berechtigungen auf Organisationseinheiten oder Servern werden über entsprechende Sicherheitsgruppen delegiert. Es gibt keine Delegierung auf einzelne Benutzer. - „Funktionsbenutzer“
Es kann „Funktionsbenutzer“ geben, z.B. für die Installation von PCs oder für Schemaoperationen. Gerade für die Installation von PCs ist es häufig erforderlich, dass ein vordefiniertes Konto für Dienstleister angelegt wird und von mehreren Mitarbeitern dieser Firma genutzt wird. Dies ist eine erlaubte Ausnahme, wenn diese Konto dann nur die Funktion ausführen kann. - Administrationsserver
Um die Installation von administrativen Programmen auf den Arbeitsplätzen zu verhindern, werden bestimmte Terminal Server zur Administration genutzt. Auf diesem Server sind alle erforderlichen Werkzeuge installiert. Der Zugriff erfolgt über Terminaldienste. Eine Installation der administrativen Werkzeugen auf Arbeitsplätzen ist nicht gestattet. - Überwachung von Anmeldungen
Alle Anmeldungen werden im Sicherheitseventlog protokolliert. Mit entsprechenden Programmen ist es dann möglich, z.B. fehlgeschlagene Anmeldeversuche auf die administrativen Konten und damit Eindringversuche zu erkennen. - Zentrale Gruppenrichtlinien
GPOs werden von besonders unterwiesenen Benutzern erstellt. Die OU-Admins können die vorgegebenen Richtlinien an ihre OU’s verbinden, aber keine eigenen GPOs erstellen oder bestehende GPOs verändern. Dies sichert, dass die Qualität der GPOs hoch bleibt, bei Fehlern und Probleme die Ansprechpartner bekannt sind und eine Vereinheitlichung der Umgebung möglich ist. - Jeder Dienst oder Prozess erhält sein eigenes Dienstkonto.
Kein Dienst sollte als "Administrator" laufen. Es muss jederzeit möglich sein, ein Kennwort eines Dienstes oder Administrators zu ändern oder zu sperren, ohne andere Funktionen im Netzwerk behindert werden. Zudem sollte sehr genau geprüft werden, ob ein Dienstkonto tatsächlich Domänen Administrator sein muss, oder ob sich damit der Hersteller oder Installateur nur das Leben sehr einfach macht. Durch die Verwendung eigenständiger Konten pro Service ist es auch möglich, später bei Zugriffen auf Dateien oder andere Ressourcen und Meldungen im Sicherheits-Eventlog entsprechende Zuordnungen machen zu können. Zudem könnte jede Konto für die Anmeldung auf bestimmte Systeme eingeschränkt werden. - Berechtigungen auf Gruppen
Werden Benutzer und Systeme in Organisationseinheiten zusammengefasst, so wird nie ein Benutzer auf die OU berechtigt, sondern immer eine Gruppe, in die die administrativen Kontern aufgenommen werden. - Kooperative Funktion
Auch wenn Windows und das Active Directory mit den Zugriffsrechten eine 1005tige Kontrolle und Berechtigung erlauben, so ist es sehr oft nicht sinnvoll, bis auf einzelne Felder oder Objekte herunter mit unterschiedlichen ACLs zu arbeiten. Aus praktischen Aspekten können Berechtigungen zu Gunsten der Vereinfachung gesetzt werden. So kann ein Administrator vielleicht mehr Funktionen ausführen aber dies nicht tut, weil es organisatorisch nicht erlaubt ist. - Vorsicht mit primären Gruppen
Das Konto, welches z.B.: beim Exchange Setup OUs anlegt, ist zugleich auch "Besitzer". Aber auch die primäre Gruppe des Benutzers wird zum "Owner". Ist die primäre Gruppe dieses Installationskontos nun die Gruppe der "Domänen Benutzer", dann führt dies dazu, dass zukünftig alle Domänen Benutzer zu viel Berechtigungen hat. Daher sollten administrative Benutzer niemals eine solche Gruppe als "primäre Gruppen" haben.
Wobei all diese Punkte nur der Anfang eines Adminkonzepts sind.
Wie geht es nun weiter ?
Von diesen Beispielen bis zur Umsetzung ist es noch ein weiter Weg. So sind Frage zu beantworten wir:
- Namensgebung der Gruppen
Diese administrativen Gruppen benötigen eine Namensgebung. Sie sollten sich z.B.: überlegen, dass Sicherheitsgruppen für administrative Belange vielleicht nicht als Verteiler in Exchange oder Sicherheitsgruppe für Dateifreigaben und Berechtigungen benutzt werden. Oder vielleicht grade doch, weil Sie damit dem "Single Administration" nahe kommen ?. Entsprechend sollte der Name vielleicht schon einen Hinweise zur Nutzung der Gruppe geben. Detailfragen, die geklärt sein müssen. - OU-Konzeption der Zielobjekte
Die Benutzer (Anwender) und dazu gehörigen Gruppen (Für Dateifreigaben, Exchange Verteiler etc.) müssen in entsprechenden OUs aufgeteilt werden. Erst dann können die entsprechenden ACLs überhaupt gesetzt werden. Allerdings ist dabei auch Rücksicht auf das Gruppenrichtlinienkonzept und Domänenkonzept zu nehmen. - Wo liegen die Admin Gruppen selbst ?
Wäre doch schade, wenn ein Administrator über Gruppen sich selbst in die Gruppe der "Domänen Administratoren" aufnehmen könnte und sich damit mehr Rechte verschaffen kann. - Wie führen die Administratoren ihre Arbeit letztlich aus ?
Sollten die Administratoren mit ihren Berechtigungen direkt mit der MMC die Änderungen durchführen oder nutzen Sie ein System für das Provisioning hierfür, welches die Plausibilität und Konformität der Eingaben mit den Firmenrichtlinien überprüft und alle Veränderungen protokolliert ?
Das sind nur einige der Fragen, die sie klären müssten. Überlegen Sie sich, ob Sie vielleicht externe Hilfe bei der genauen Definition für ihr Umfeld hinzuziehen. Das verhindert eher eine Art "Betriebsblindheit" und auch bei der Umsetzung der Konzeption in NTFS und Active Directory ACLs kann einiges daneben gehen. Oftmals fehlt auch einfach die Zeit zu ermitteln, wie eine bestimmte Aufgabe delegiert werden kann. Wussten Sie z.B. schon, dass ein Administrator der ein Benutzerobjekt verwalten darf, auch komplett die Exchange Eigenschaften anlegen kann ?. Die MMC-SnapIns für Active Directory Benutzer und Computer laufen aber auf eine Fehlermeldung, wenn Sie nicht zumindest "READ"-Rechte in der Organisation und der entsprechenden administrativen Gruppe haben. Die MMC versucht nämlich eine Liste der Postfachspeicher zu erhalten, damit Sie als Administrator eine Auswahl haben. Für das Mailbox aktivieren eines Anwenders selbst ist dieses Recht aber nicht erforderlich, wenn Sie wissen wie ...
Vorsicht bei Vergaben von Rechten
Zum Schluss noch eine Warnung, ehe Sie nun an die Umsetzung der Berechtigungen denken. Wenn Sie nun alle administrativen Benutzer und Gruppen angelegt haben dann müssen Sie diesen Benutzern und Gruppen entsprechende Rechte geben. Hierbei sollten Sie sehr vorsichtig vorgehen. Es ist sehr einfach, einer Gruppe zusätzliche Berechtigungen zu geben. Es ist aber sehr schwer, einer Gruppe bestimmten Berechtigungen wieder zu nehmen. Gerade wenn Sie daran denken, bestimmte Berechtigungen zu "verbieten", dann ist die Gefahr groß, dass das Verbot nicht nur die gewünschten Benutzer betrifft, sondern entsprechende Seiteneffekte hat.
Es ist schon passiert, dass die ACL eines Objekts die Einträge enthalten hat:
Domänen Administratoren: Vollzugriff
Domain-Benutzer: Lesen
Jeder: alle Verboten
Der Denkansatz, dass erst mal niemand etwas kann, es sei denn das Konto ist Benutzer oder Administrator mag gut klingen, aber das "DENY"-Recht gewinnt auch gegenüber den beiden anderen Berechtigungen (mit einer Ausnahme), so dass faktisch nichts und niemand mehr etwas tun kann.
Im Bezug mit Exchange ist daher darauf zu achten, das beim Verbieten von Zugriffsrechten nicht aus Systemdienste wie der MTA, die Routing Engine, der Store oder auch der Exchange RUS weiterhin ausreichende Berechtigungen besitzen. Solche Dienste müssen weiterhin alle Mailadressen finden können, um Mails zustellen oder neue Benutzer mit entsprechenden Mailadressen versehen zu können.
Ein Recht, welches Sie nicht vergeben haben, müssen Sie weiter unten in der Struktur nicht wieder über den Umweg des "DENY" entziehen. Sie können schon bei der Vergabe des Rechtes kontrollieren, ob es überhaupt vererbt wird.
Genauso schädlich ist es, die Vererbung abzuschalten, da damit der Status Quo der Berechtigungen der Unterstruktur festgezurrt wird. Wird durch eine neue Installation weiter oben ein Recht ergänzt, so wirkt sich dieses nicht mehr in diese Zweige aus, was zu sehr schwer zu diagnostizierenden Ergebnissen führt.
Gruppenrichtlinien, administrative Gruppen und Benutzer mit Administrationsrechten
Wenn nun niemand mehr "Domänen Administrator" ist und auch das eigene "normale" Benutzerkonto nicht mehr zur Administration zugelassen wird, dann müssen eigene Konten für die Administration und Dienste und entsprechende Gruppen zur Vergabe von Berechtigungen geschaffen werden.
Benutzer und Gruppen
Das könnten dann wie folgt aussehen:
- ADM-xxxxx
Ein Prefix kennzeichnet administrative Konten. Jeder Administator erhält neben seinem normalen Account ein zweites Konto zur Administration. Dieses Konto kann z.B. über "Ausführen als" oder bei der Anmeldung über Terminaldienste genutzt werden. - SVC-xxxxx
Auch Dienste im Netzwerk dürfen nicht als "Administrator" gestartet werden. Daher erhält auch jeder Dienst ein eigenes Konto - AUG-XXX oder SAG-xxxxx
Für die Vergabe von Rechten sind entsprechende Gruppen zu schaffen. Diese Gruppen werden nicht genutzt, um z.B. Berechtigungen auf Dateien oder Freigaben einzurichten (also Nutzdaten) sondern explizit nur zur Vergabe von Berechtigungen auf Objekte Im Active Directory.
Achten Sie darauf, Sie in einer Umgebung mit mehreren Domänen auf jeden Fall universelle Gruppen verwenden, da sonst einige Berechtigungen z.B.: im Bereich der Konfigurationspartition (Exchange) nicht von allen DCs aufgelöst werden können.
Die Vergabe von Berechtigungen sollte natürlich nicht direkt an die ADM-Benutzer erfolgen, sondern über Gruppen. Und idealer weise trennt man dabei die Zugehörigkeit zu Abteilungen oder administrativen Gruppen von den Berechtigungsgruppen. Das könnte wie folgt aussehen

So "dokumentieren" ihre Gruppen sogar die verschiedenen Berechtigungen und Sie müssen nicht lange rätseln, welche Gruppe auf welchen Objekten in den ACLs enthalten ist.
Für die Benutzer sollten natürlich strenge Regeln gelten:
- ADM-Benutzer haben komplexe Kennworte
Aufgrund der höheren Berechtigungen sollten diese Konten entsprechend gesichert werden. - Die Anmeldung von ADM-Benutzern sollte überwacht werden
Jede Anmeldung als ADM-Benutzer bedeutet eine Nutzung administrativer Berechtigungen. Dies kann protokolliert werden. Anmeldungen zu "ungewöhnlichen" Zeiten oder fremden Arbeitsstationen können einen Alarm auslösen. - Fehlerhafte Anmeldung als ADM-User sind immer ein Alarmkriterium
Viele Personen werden irgendwann erkennen - ADM-Benutzer sollten ihr Kennwort regelmäßig ändern.
Nur so ist eine Mindestsicherheit - Andere Anwender als ADM/SVC müssen Sie nicht auf Servern anmelden
Entsprechende Anmeldungen oder Versuche könnten überwacht und gemeldet werden - ADM-Benutzer benötigen kein Postfach
Damit belegen Sie keine Mailadresse aber empfangen vor allem auch keine schädlichen Anlagen. - ADM-Benutzer haben beschränkten Internetzugriff
So wird sichergestellt, dass nur niedrig privilegierte Konten Dateien aus dem Internet herunter laden. Wenn ADM-Benutzer auf das Internet zugreifen sollen, dann können z.B.: die integrierte Authentifizierung, ActiveX und Scripte deaktiviert oder zumindest mit einem Hinweis versehen werden. - AUG-Gruppen enthalten NUR ADM-Benutzer
Über Skripte und Auswertungen können Sie z.B. dokumentieren, welche Benutzer in welchen Gruppen sind. Ich nutze dazu mein Script ADMGROUP.VBS, welches im Forrest alle Gruppen mit dem Prefix "ADM-" sucht und die Beschreibung, den Type und die Mitglieder in einer XML-Datei ausgibt, die dann in Excel oder mit einem Stylesheet formatiert werden kann. (Das Script ist nicht öffentlich)
Es gibt noch jede Menge weitere Dinge, die sinnvoll eingesetzt werden können.
Vergabe von Rechten
- Aufgabe der Domänen Administratoren
Sie legen Sicherheitsgruppen (SAG-Gruppen) an
Sie legen administrative Benutzer (ADM-User) an
Sie fügen administrative Benutzer in Sicherheitsgruppen hinzu
Sie delegieren Berechtigungen auf OUs etc. an die Sicherheitsgruppe
Sie führen die wenigen Aktionen aus, für die Domain Admin Rechte erforderlich sind (z.B. Trusts einrichten etc.) - SAG-Gruppen können berechtigt sein auf
OU's um Benutzer und Computerkonten zu verwalten
Rechte in der Exchange Organisation erhalten
In der lokalen Administratorengruppe von Servern sein. (z.B.: per GPOs)
etc.
Administrator über Computer
Die wesentliche Veränderung beim Verzicht auf die Rechte als Domänen Administrator ist, dass Sie auf einen Schlag auch kein Administrator mehr über Server sind. Dies ist natürlich nicht sinnvoll, da Sie mit ihrem ADM-Benutzer natürlich Server administrieren müssen. Dieses Recht müssen Sie wieder erhalten, indem Sie in die lokale Administratorengruppe der jeweiligen Systeme aufgenommen werden. Die Pflege dieser lokalen Gruppen steht daher auf der Tagesordnung. Natürlich sollten Sie nicht einzelne Benutzer in eine lokale Administratorengruppe aufnehmen sondern immer nur entsprechende Sicherheitsgruppen, die entsprechend dem Namenskonzept anzulegen sind. Ob sie nun Gruppen pro Server oder für bestimmte Server und Workstationkategorien oder nach Standorte anlegen, überlass ich ihnen. Die Aufnahme dieser Gruppe in die lokalen Gruppen ist dann wieder einfach:
- Manuelle Pflege
Sie können natürlich von Hand die universellen Sicherheitsgruppen in die Gruppe der Administratoren auf jedem einzelnen PC hinzu fügen - GPO "Restricted Groups" - Member
Über eine Gruppenrichtlinie können Sie sehr elegant steuern, welche Mitglieder eine Gruppe enthält.
Die Sicherheit dieser Richtlinie sorgt aber auch dafür, dass alle anderen Konten aus der Gruppe entfernt werden. Dies betrifft als auch Dienstkonten oder andere Benutzer, die durch eine Installationsroutine hinzugefügt werden. Gerade bei einer Installation sollten Sie daher schnell prüfen oder den Hersteller fragen, welche Gruppenzugehörigkeiten und Berechtigungen eine Installationsroutine vergibt - GPO "Restricted Groups" - Member of
Daher kann der etwas abgeschwächte Weg sinnvoll sein, bei der nicht die Mitglieder der lokalen Admingruppe sondern die Mitgliedschaften einer universellen Sicherheitsgruppe vorgeschrieben werden. Diese wirkt dann auditiv, d.h. entfernt nicht bestehende Einträge. Allerdings ist die Sicherheit dann auch etwas geringer, bzw. Sie müssen eine eigene Überwachung einführen, um Verletzungen der Berechtigungen zu erkennen.
Die Steuerung, welche Richtlinie dabei auf welchen Server greift können Sie über OU's oder über entsprechende Computergruppen steuern. Ihre Domänencontroller bilden dahingehend eine Ausnahme, da es dort keine lokalen Gruppen gibt und demnach ein Administrator damit auch immer Domänen Administrator ist. Daher empfiehlt es sich aber einer bestimmten Firmengröße, die Funktion der Domänen Controller auf eigenen Systemen auszuführen. Umgekehrt ist eine Netzwerk mit wenig Servern meist auch so klein, dass eine Unterscheidung nach administrativen Rollen sowieso nicht statt findet.
Das Konzept kann natürlich noch so weit erweitert werden, dass auch normale Anwender sich nicht mehr überall, sondern nur noch auf den Computern der eigenen Abteilung anmelden dürften etc. Auch hier können Sie z.B.: über Abteilungsgruppen und Computergruppen das Recht der lokalen Anmeldung steuern. So wird ausgeschlossen, dass sich ein Azubi abends auf einem anderen PC mit seinen Daten anmeldet und zumindest Zugriff auf ungesicherte lokale Daten erhält.
Administrative Rollen
Das ganze führt letztlich zu eine Matrix, welche Sie in ihrer Firma erstellen sollten
| Gruppe | Beschreibung | ADM-User1 | ADM-User2 | ADM-User3 | ADM-User4 |
|---|---|---|---|---|---|
| SAG-PCAdmins | Verwaltet die normalen Standard-PCs | X | X | ||
| SAG-Userhelpdesk | Verwalten Benutzer und Gruppen | X | X | X | |
| SAG-PasswordReset | Dürfen zusätzlich auch Kennworte zurücksetzen | X | X | ||
| SAG-MBFull | Haben das Recht in Postfächer "rein zu schauen" | X | |||
| SAG-Logauswertung | Dürfen die IIS-Logs und entsprechende Auswerteprogramme einsehen | X | |||
Das ist natürlich nur eine "Kurzfassung", denn die Ermittlung der Rollen und Gruppen mit den Berechtigungen ist immer eine firmenspezifische Aufgabe. Hier eine Abbildung einer solchen produktiven Matrix.

Links sind ein paar Gruppen samt Beschreibung und der delegierten Berechtigungen zu sehen. Oben dann farblich nach Abteilung abgetrennt die administrativen Konten und ihre Gruppenzugehörigkeit.
Wenn Sie solch eine Konstruktion umgesetzt haben, dann ist es natürlich einfach möglich, per VBScript eine aktuelle Tabelle anhand der Gruppennamen, Beschreibungen und Mitgliedern erstellen zu lassen und Änderungen oder gar Verletzungen (z.B.: "normale Konten in ADM-Gruppen) zu melden.
Admin bei Bedarf
Wenn Sie nun soweit sein, dass Sie mit ihrem "normalen" Konto kein Administrator mehr sind, aber auf ihrem PC doch mal das ein oder andere Programm als Administrator starten müssen, dann gibt es mehrere Optionen.
- Ausführen Als
Sie können in den Eigenschaften des Programms im Startmenü (Also des Icons oder Eintrags) auf der Karteikarte "Verknüpfung - Erweitert" eine andere Anmeldung hinterlegen

Beim jedem Start des Programms werden Sie dann nach den Anmeldeinformationen gefragt. Wenn Sie nur bei Bedarf ein Programm mit einem anderen Benutzer starten wollen, dann drücken Sie einfach mit gedrückter Umschalttaste (SHIFT) auf das Icon mit der rechten Maustaste und wählen im Kontextmenü einfach "Ausführen als" aus - RUNAS als Icon hinterlegen
Eine andere Option ist direkt der Aufruf des Programms mittels "RUNAS". Dies kann problemlos über einen Link erfolgen. Beim Start öffnet sich eine DOS-Box, in der Sie nur noch das Kennwort eingeben müssen. Die Verknüpfung könnte wie folgt aussehen:
Natürlich können Sie über ein ICON diese "besondere" Kommandozeile kennzeichnen. Aufgerufen wird dabei ein BATCH mit der Kommandozeile
C:\WINDOWS\system32\runas.exe /user:nawwsfc1\administrator %windir%\system32\admin.cmd
Das Batchfile enthält nicht viel mehr als folgende Zeilen:
Die Hintergrundfarbe wird damit auf "dunkelrot" gesetzt und eine zweite CMD-Box geöffnet. Das Script selbst wird dann beendet. Beachten Sie, dass nun jedes aus dieser Box heraus gestartet Programm ebenfalls die Rechte hat.
admincmd.ico
admincmd2.ico
Zwei Icons zur grafischen Unterscheidung einer administrativen Konsole
Über diese Wege ist es sehr sehr einfach, lokal ohne Administrator zu arbeiten und bei Bedarf sehr schnell nur den gewünschten Programmen die erforderlichen Berechtigungen zu geben, ohne dass ihr Word, Excel, Outlook oder auch der Internet Explorer umfangreiche Rechte haben.
Zusätzlicher Schutz
Selbst wenn jemand DomainAdmin ist, so wünscht man sich doch einen besseren Schutz. Das ist sogar möglich durch explizit gesteuerte Berechtigungen oder Filterprogramme auf dem Domain Controllern, die alle Änderungen noch mal validieren und optional anhalten:
- Windows 2008 Berechtigungen
Mit Windows 2003 ist ein erster Schutz gegen versehentliches Löschen nur eine Checkbox entfernt:

Unter der Haube wird einfach ein "DENY" für JEDER gesetzt

- Quest Intrust
www.quest.com/intrust - Unify's role-based delegated administration
www.ensim.com - und sicher noch einige andere Produkte
Weitere Links
- AdminSDHolder
- AG-Rechte - Berechtigungen für die Exchange Konfiguration verstehen und setzen
- Vererbung
- Mailboxrechte
- Exchange 2000/2003 Berechtigungen
- Provisioning
- ExAdminkonzept
- The Administrator Accounts Security Planning Guide
http://www.microsoft.com/technet/security/topics/serversecurity/administratoraccounts/default.mspx - The Non-Admin blog - running with least privilege on the desktop
http://blogs.msdn.com/aaron_margosis/archive/2005/03/11/394244.aspx - Why you shouldn't run as admin...
http://blogs.msdn.com/aaron_margosis/archive/2004/06/17/157962.aspx - Managing Power Options as a non-administrator
http://blogs.msdn.com/aaron_margosis/archive/2005/02/09/370263.aspx
Auch auf Notebooks müssen Sie kein Admin sein, um die Energieeinstellungen zu konfigurieren. - Browsing the Web and Reading E-mail Safely as an Administrator
Part 1: http://msdn.Microsoft.com/library/en-us/dncode/html/secure11152004.asp
Part 2: http://msdn.Microsoft.com/library/en-us/dncode/html/secure01182005.asp
http://blogs.msdn.com/michael_howard/archive/2005/01/31/363985.aspx - 307091 Certain Programs Do Not Work Correctly If You Log On Using a Limited User Account
- The Administrator Accounts Security Planning Guide
Anleitung, wie besonders die Konten von Administratoren zu schützen sind
http://www.Microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=04D81D4F-3B02-4486-B37A-C3469048C662&displaylang=en - 19 smarte Tipps zur Absicherung von Active Directory
http://www.Microsoft.com/germany/technet/technetmag/issues/2006/05/smarttips.mspx - Role Based Access Control
http://csrc.nist.gov/rbac - Kennwortprüfer
http://www.Microsoft.com/germany/athome/security/privacy/password_checker.mspx - BeyondTrust® Privilege Manager
http://www.beyondtrust.com/products/PrivilegeManager.aspx - DL Management from Outlook
http://www.unifysquare.com/blog/post/DL-Management-from-Outlook.aspx - Exchange 2010 and Resolution of the AdminSDHolder Elevation Issue
http://msexchangeteam.com/archive/2009/09/23/452595.aspx










