EDB Dateien wachsen / explodieren

Diese Seite hilft ihnen, wenn ihre Exchange Datenbanken plötzlich stark anwachsen, d.h. die EDB/STM-Dateien wachsen anscheinend grundlos von Minute zu Minute.

Sollte ihr Exchange Server noch laufen, aber sich langsam dem Ende der Diskkapazität nähern, dann sollten Sie zuerst das Mailrouting stoppen. Dazu kann man den Windows SMTP-Dienst (Exchange 2000/2003) oder den Exchange Transport Service (2007) herunter fahren. Wenn dass noch keine Besserung bringt, dann ist es sicher legitim, den betroffenen Informationsspeicher offline zu nehmen, um in Ruhe den Fehler zu analysieren und zu beseitigen. Wenn die Festplatten erst einmal voll sind, ist die Lösung oft komplizierter, dafür bestimmte Aktionen eben etwas Kapazität benötigt wird,

Und dann schauen wir uns den Server einmal an.

Erwartete Datenzunahmen

Es gibt Situationen, bei denen ist ein Anwachsen "normal", z.B.

Daher sollten Sie zuerst einmal solche bekannten Themen abklopfen. Gerade Migrationen etc. werden durch das kurzzeitige "Offline"-Schalten des Speichers unterbrochen und starten meist auch nicht mehr automatisch an.

Unerwartete Datenzunahmen

Wenn bei ihnen aber nichts von alledem zutrifft, dann können Sie ziemlich sicher sein, dass eine unerwünschte Aktivität ihren Postfachspeicher extrem wachsen lässt. Letztlich wird, wenn nicht schon geschehen, dies den Server in die Knie zwingt. Festplattenplatz ist nun mal nur begrenzt vorhanden. Hier eine kurze Stichpunktliste, wie sie das Problem einkreisen können.

Sollte sich hier der Verdacht bestätigen, dann muss man die Ursache finden und abschalten. Das kann eine Regel im Postfach oder auf dem AD-Konto sein. Im schlimmsten Fall wird man dem Postfach eben die Mailadresse für einige Zeit rauben oder auf dem Gateway den Absender blockieren.

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, wie der Store schnell wachsen kann. Diesmal kann es ein Client sein. Leider bietet Exchange nicht wirklich ein Log der Client Zugriffe an, aber entsprechende Hilfsmittel gibt es schon:

Wenn all das noch nicht hilft, und ihr Store weiter wächst oder eine "live"-Analyse mit ExMon oder ExInsight nicht mehr möglich ist, weil der Store schon "down" ist, dann bleiben neben den vorhanden Protokolldateien nur noch die Logdateien der Datenbank:

Entgegen vieler anderslautender Aussagen kann man durchaus aus den binären Transaktionsprotokollen Rückschlüsse auf die Veränderungen der Datenbank ziehen. Es gibt sogar Archivprodukte, die genau dies komplett tun, d.h. Änderungen aus den Transactionlogs als Mails in das Archiv zu übertragen. In unserem Fall sollten Sie die Protokolldateien natürlich kopieren, ehe Sie mit einem Texteditor ihrer Wahl (Notepad kann auch 5 MB Dateien öffnen) einen Blick riskieren. Meist finden sich Bruchstücke von Mails und Einträgen und vielleicht finden Sie ja ein gehäuftes Aufkommen bestimmter Mails, die ihnen komisch vorkommen.

Ein Schritt zur Lösung 

Ich hoffe Sie haben bis hier die Ursache gefunden und können das Wachstum stoppen. Um einen aus Platzmangel bereits gestoppten Store aber wieder "online" zu stellen, müssen Sie wohl oder übel erst etwas zusätzlichen Platz bereit stellen (Notfalls durch Löschen alter Logs), um dann in der laufenden Datenbank die unerwünschten Elemente zu löschen. Erst wenn diese "richtig" gelöscht sind, lohnt sich eine Offline Defragmentierung, um die EDB/STM-Dateien wieder schrumpfen zu lassen. Aber auch für den ESEUTIL-Lauf benötigen sie natürlich wieder temporär Platz.

Zukünftiger Schutz

Auch wenn Sie diesmal vielleicht mit einem blauen Auge davon gekommen sind, so möchten Sie das nächste Mal nicht wieder förmlich mit runtergelassenen Hosen erwischt werden. Und tatsächlich kann Exchange und Windows an vielen Stellen dem Administrator helfen, entsprechende Vorwarnungen zu erhalten und vor allem das unkontrollierte Volllaufen einer Partition zu verhindern

Es gibt also durchaus effektive Hilfsmittel, um einem Wachstum der Datenbanken einhalt zu gebieten oder zumindest nicht mit dem Rücken an der Wand zu stehen.

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