Outlook und GC

Exchange 5.5 hat seinen eigenen Verzeichnisdienst (DIR.EDB) den alle bisherigen Versionen von Outlook und der früher Exchange Client befragt hatten. Die MAPI-Client nutzten dazu einfach RPC. Zwar bot Exchange seine Adressbuchdienste auch per LDAP an, aber diese Option wurde nur selten genutzt. Erst durch den Einsatz fremder Clients (Unix etc.) und natürlich dem Active Directory Connector wurde der LDAP-Zugriff wichtiger.

Exchange 2000/2003 hingegen hat keinen eigenen Verzeichnisdienst mehr und nutzt das Active Directory. Damit stellt sich die Frage, wie die verschiedenen Versionen von Outlook damit zurecht kommen. Bei der ersten Verbindung kann Outlook ja noch nicht wissen, ob der im Profil angegebene Exchange Server schon 2000 oder neuer ist oder Exchange 5.5 und älter genutzt werden. Was passiert hierbei ?

Outlook startet, löst den Servernamen auf und verbindet sich auf den Portmapper (Port 135/TCP) um vom Server den eigentlichen Port zu erfahren, auf dem der Exchange Verzeichnisdienst lauscht. Das ist bei allen Versionen gleich. Nur wenn Outlook 2003 über RPC oder HTTP kommuniziert kommt ein anderes Verfahren zum Tragen.

Exchange und Adressbuchdienste

Aber am Exchange Server scheiden sich dann die verschiedenen Versionen. Exchange 5.5 bedient alle Clients aus seiner lokalen DIR.EDB-Datenbank bzw. verweist Outlook an den Postfachserver des Benutzers. Der Exchange 2000/2003 Server erkennt an Hand der mit übermittelten Versionsnummer die Leistung des Clients und verhält sich dann sehr unterschiedlich. Exchange 2000/2003 kennt dazu drei Varianten:

Der Dreh und Angelpunkt ist das Name Service Provider Interface (NSPI), welches früher vom Exchange DS bereit gestellt wurde und seit Exchange 2000/2003 durch die Domaincontroller bereit gestellt werden.

Verhalten im Fehlerfall

Outlook Version Erste Verbindung Normale Verbindung GC Aktualisierung Dynamisches Failover
97 NSPI RFR Exchange wird immer gefragt (DSPROXY) Exchange übernimmt den Failover
2000/98 NSPI RFR JA, bei Nichterreichen des GC beim Start mit Fehlermeldung Nein, Outlook Neustart erforderlich
2000 SP2 NSPI RFR JA, bei jedem Start wird der GC neu ermittelt Nein, Outlook Neustart erforderlich
2002
2003
NSPI RFR JA, beim Start
JA, bei Nichterreichen des GC
JA, bei Reconnect
Ja, innerhalb 30 Sekunden ohne Neustart

Die einzelnen Outlook Versionen verhalten sich unterschiedlich:

Hier sehen Sie den Eintrag des zuletzt genutzten GC in einem MAPI-Profil.


Registrykey mit dem GC-Eintrag

Seit Outlook 2000 SP2 und höher kann der Administrator einen bestimmten GC auf dem Client vorschreiben.

Auch auf dem Exchange Server kann der Admninistrator auf die automatische Erkennung von Exchange verzichten und explizit Server für die Funktion NSPI und RFR in der Registrierung vorgeben. In bestimmten Umgebungen (z.B. Firewalls) können oder sollen die neuen Clients die GCs nicht erreichen. Dann kann über eine "1" in "NoRFRService" die RFR Funktion deaktiviert werden. Auch neue Clients fragen dann immer den Exchange Server, der als Proxy die Daten bereitstellt. Die Werte finden sich unter:

HKEY_LOCAL_MACHINE \SYSTEM \CurrentControlSet\Services\MSExchangeSA\Parameters\
NSPITargetServer:Reg_SZ
RFRTargetServer: Reg_SZ
NoRFRService: DWORD

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