Forensik

Hinweise und Ideen zur Analyse von Dateneinbrüchen in Exchange.

Es gibt mehrere Wege eine aktive oder vergangene unerlaubte Nutzung zu erkennen bzw. zu diagnostizieren. Voraussetzung ist aber, dass die Spuren nicht verwischt wurden und einige Einstellungen durchgeführt wurden. Leider sind in der Standardeinstellung die meisten Überwachungsfunktionen abgeschaltet! An folgenden Stellen können Sie "suchen"

Sie sehen also, dass es sehr viele Stellen gibt, an denen Sie kleine Puzzlestücke finden können, aus denen dann am Ende ein Gesamtbild gibt. Ob dies natürlich zu einer lückenlosen Beweiskette führt, ist nicht sicher gestellt.

Grenzen

Am Ende kann dabei aber nur heraus kommen, von welchem Computer (IP-Adresse, NetBios Name) bzw. mit welchen Benutzerkonto (AD-Account) der Zugriff erfolgte. Leider sind diese beiden Informationen nur bedingt beweistauglich, da die IP-Adresse auch bei fester Vergabe keinen 100%tigen Rückschluss auf den Arbeitsplatz zulässt und der Zugriff über ein Benutzerkonto auch keine Aussage zulässt, wer letztlich das Benutzerkonto genutzt hat. So kann es durchaus sein, dass jemand das Kennwort eines anderen Benutzers kennt oder über einen Keylogger, Trojaner ö.ä. dieses ermittelt hat oder den PC fern bedient.

Insofern ist der beste Schutz eine klare Vergabe und Kontrolle der Berechtigungen, so dass ein Übergriff gar nicht erst möglich ist. Denn die Veruntreuung von Informationen können Sie nicht rückgängig machen.

Zusammenfassung

In der Standardeinstellung von Exchange können nur sehr wenige Informationen bei einem Missbrauchsverdacht analysiert werden. Ein wichtiger Schritt in kritischen Umgebungen ist daher die Aktivierung der möglichen Protokollfunktionen in Verbindung mit einer Software zu Auswertung und Archivierung dieser Protokolle.

Mit diesen Voraussetzungen kann dann sehr viel genauer der Zugriff von einzelnen Systemen oder Benutzerkonten auf Postfächer etc. analysiert werden. Allerdings kann ein Administrator diese Daten selten "manuell" auswerten, sondern Hilfsprogramme sollten Abweichungen von bekannten Zugriffsmustern erkennen und melden.

Optional kann mittels Verschlüsselung (SMIME) auch der interne Verkehr verschlüsselt werden, was jedoch zu Problemen bei Archivierung und Virenschutz führt.

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