OCS Pakete und Lizenzen
Wer einen OCS Server installieren will, muss sich natürlich auch über die erforderlichen Lizenzen Gedanken machen. OCS besteht aus den erforderlichen Servern und entsprechender Lizenzen für die Clients. Je nach "Ausbaustufe" sprechen wir dabei sowohl beim Server als auch beim Clients über Standard und Enterprise Lizenzen und zusätzlicher Optionen.
Achtung
Diese Aufführungen sind keine verbindliche Aussagen. Das Tema
Lizenzierung ist durchaus komplex und pro Produkt auch nicht immer
identisch. Definitive Aussagen finden Sie auf der Microsoft Seite
unter "Microsoft-Produktbenutzungsrechte (Juli 2009) (Word)"
http://www.microsoftvolumelicensing.com/userights/Downloader.aspx?DocumentId=2430
Serverlizenz
Vergessen Sie vor allem die Lizenzierung von Exchange im Bezug auf OCS. Sie müssen nämlich NICHT für jeden Server eine OCS-Lizenz erwerben, auf welchem OCS-Komponenten installiert werden. Microsoft unterscheidet zwischen den "Servers" und so genannter "Additional Software". Nur die Serversoftware müssen Sie auch pro Serverinstanz lizenzieren. Die Serverlizenz enthält zusätzlich "Additional Software", die aber auch auf anderen Servern installieren werden kann und nicht weiter zu lizenzieren ist. Das Betriebssystem selbst ist den Lizenzierungsbedingungen von Windows unterstellt.
| OCS Standard | OCS Enterprise | |
|---|---|---|
| Server |
|
|
| Additional Software |
|
Die Enterprise Lizenz enthält die komplette "Additional Software" der Standardversion. Zusätzlich berechtigt Sie die Enterprise Lizenz zur Installation der folgenden Funktionen auf weiteren Servern.
|
Sie müssen also jeden OCS-Server lizenzieren, auf dem ein OCS-Standardserver, ein Enterprise Server oder ein Edge Server installiert wird. Nur für Enterprise Server, die eine entfernte SQL-Datenbank verwenden, ist auch eine Enterprise Server Lizenz erforderlich.
Die gleiche Denkweise bei der Lizenzierung gibt es aber auch bei Exchange und SQL. Hier sind es aber dann nur die Exchange Verwaltungstools" oder der "SQL Client, SQL Management Studio, SQL OnlineHilfe", die als "additional Software" geführt werden. Lesen Sie das PUR-Dokument ruhig einmal durch.
Die meisten Rollen einer OCS-Umgebung sind schon in der Standardlizenz enthalten, so dass letztlich nur Firmen, die "Hochverfügbarkeit" benötigen oder Groupchat verwenden, auch OCS Enterprise Lizenzen für die Frontend Server kaufen müssen. Die GroupChat-Rolle selbst ist auch wieder eine "Additional Software" und kann auf anderen Server ohne weitere Lizenz installiert werden, solange ein OCS-Server eine Enterprise Lizenz hat.
Die OCS Serverlizenz bestimmt aber nicht den Funktionsumfang des Clients, sondern nur die Skalierung, Hochverfügbarkeit und zusätzliche Software etc. Die meisten Firmen werden mit einem OCS Standard Server, auf dem die wesentlichen Rollen installiert sind, starten. Für die TK-Anbindung benötigen Sie dann zwar einen weiteren Windows Server, auf dem Sie die OCS Mediation Rolle installieren, aber keine weitere OCS-Serverlizenz. Sie könnten also im Extremfall sehr viele Mediation Server mit Gateways in den weiten ihres Unternehmensnetzwerks installieren, um vor Ort entsprechende Übergänge in die TDM-Welt zu haben. Allerdings werden Sie irgendwann natürlich auch solch eine Umgebung nicht allein auf einem Standard Server aufbauen wollen.
Die folgenden Seiten sollten sie aufmerksam auf Änderungen überwachen
- Microsoft-Produktbenutzungsrechte (Juli
2009) (Word)
http://www.microsoftvolumelicensing.com/userights/Downloader.aspx?DocumentId=2430
Dieses Dokument ist quasi der "Master" mit den aktuell gültigen Aussagen. - Pricing and Licensing
http://www.microsoft.com/communicationsserver/en/us/pricing-licensing.aspx - Microsoft-Product List und
Microsoft-Produktbenutzungsrechte (PURs)
http://www.microsoft.com/germany/lizenzen/ueberblick/pur/default.mspx - OCS R2 Licensing Explained
http://evangelyze.net/cs/blogs/mike/archive/2009/02/02/ocs-r2-licensing-explained.aspx
Clients
Für die Nutzung des OCS-Servers und der Infrastruktur steht eine Auswahl verschiedener Clients bereit, die entsprechend zu lizenzieren sind.
- Office Communicator
Web Access 2007 R2
CWA Web Access - Office Communicator Mobile for Java 2007 R2
- Office Communicator
Mobile for Windows Mobile 2007 R2
Communicator Mobile - Office Communications Server2007 R2 Group Chat Console
- Office Communicators Server 2007 R2 Attendant Console
- Office Live Meeting Console
Einige Produkte hierzu sind in der Server-Lizenze schon mit abgedeckt, während der Communicator Client ein Kaufprodukt ist, welches Sie zusätzlich zum Server und der noch folgenden CAL erwerben müssen.
Prüfen Sie, welches Office-Paket sie lizenziert haben. Der Communicator Client ist in "Office Enterprise" und "Office Pro Plus" enthalten
Firmen mit früheren LCS-Lizenzen und aktiver Software Assurance haben eventuell auch schon die entsprechende Lizenzen. Prüfen Sie die genauen Details mit ihrem Lieferanten oder Microsoft.
Client Lizenzen
Dann benötigen Sie für den Zugriff mit dem Client auf den OCS-Server noch entsprechende Client Zugriffs Lizenzen. Sie können das einfach mit Exchange und Outlook vergleichen, wo auch der Exchange Server, die Exchange CAL und das Programm "Outlook" einzeln zu lizenzieren sind.
Die Wahl der Client CAL bestimmt, welche Funktionen der Client verwenden darf. Die Möglichkeiten, die der Client verwenden darf, können auf dem Server zentral gesteuert werden.
| Standard (IM/Presence/Chat) | Enterprise | Zusatzoptionen |
|---|---|---|
|
|
|
Wer also OCS in der Firma anbieten möchte, muss sich im Bezug auf Verfügbarkeit und Skalierung einmal Gedanken machen, welche OCS-Server als Standard Server (z.B. Mediation) und welche als Enterprise Server (Edge) ausgeführt werden müssen. Zudem ist zu prüfen, welche Anwender über welches Leistungsspektrum verfügen dürften, damit ist aus dem Server auch die entsprechenden Berechtigungen erhalten dürfen.
Das Basispaket bestehend aus Instant Messaging, Präsenz und Peer2Peer Audio/Video ist in der OCS Standard Client Lizenz demnach immer enthalten.
Beispielrechnung
Da die Vielzahl an Funktionen und Komponenten nicht immer einfach zu überschauen ist, habe ich hier eine Musterrechnung aufgeführt, welche Sie mit ihren Zahlen natürlich komplettieren sollten. Die hier verwendeten Preise sind Listenpreise mit SA und Schätzungen für übliche Hardware und stellen kein verbindliches Angebot dar.
Basisfunktion Instant Messaging, Präsenz, 1:1 Audio/Video ohne Livemeeting, ohne Telefonie
| Pos | Artikel | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| B1 |
|
1 | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| B2 |
|
1 | ||
| B3 |
|
#User | ||
| B4 |
|
1 | xxx,xxx Euro | xxx,xxx Euro |
| B5 |
|
#User | xxx,xxx Euro | xxx,xxx Euro |
| B6 |
|
#User | xxx,xxx Euro | xxx,xxx Euro |
| B7 |
|
Erweiterung "Meeting"
Diese Positionen sind "zusätzlich" zum Basispaket erforderlich. Die erforderliche Enterprise-CAL enthält die Lizenz für die Benutzung von Livemeeting also auch die Telefonie-Anbindung
| Pos | Artikel | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| M1 |
|
#User | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| M2 |
|
Erweiterung "Telefonie über OCS"
Diese Option erfordert, dass die Lizenz und Headsets der Erweiterung 1 ebenfalls lizenziert sind und ergänzt das System um die erforderliche Anbindung an die TK-Anlage
| Pos | Artikel | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| T1 |
|
#User | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| T2 |
|
|||
| T3 |
|
|||
| T4 |
|
1 | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| T5 |
|
1 | 0Euro ! | 0Euro ! |
| T6 |
|
1 | 2500 Euro |
Erweiterung "Remote Call Control über OCS"
Diese Option erfordert, dass Die Basiskomponenten installiert sind. Zur Telefonie wird weiterhin die bestehende TK-Anlage und Telefone genutzt, zu der jedoch eine Anbindung erforderlich ist.
| Pos | Artikel | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| R1 |
|
#User | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| R2 |
|
|||
| R3 |
|
|||
| R4 |
|
1 | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| R5 |
|
Erweiterung "Extern"
Wird eine Anbindung externer Clients über das Internet oder die Anbindung an andere Firmen (Federation) gewünscht, dann ist hierzu ein Edge-Server vorzusehen
| Pos | Artikel | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| E1 |
|
1 | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| E2 |
|
1 | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
| E3 |
|
1 | xxxx,xx Euro | xxxx,xx Euro |
Weitere Erweiterungen
Damit ist die "Zubehörliste" von OCS noch lange nicht zu Ende. folgende Optionen währen hier noch zu nennen:
- Hochverfügbarkeit
Office Communications Server können in vielen Bereichen "Hochverfügbar" ausgelegt werden. Zuerst kann der einzelne Standardserver durch eine Gruppe aus zwei und mehr Enterprise Frontend Servern mit dahinter liegender hochverfügbarer SQL-Datenbank besser verfügbar gemacht werden.
Auch die Anbindungen an Telefonanlagen können über entsprechende mehrfach vorhandene Server verbessert werden - CWA
Auch der Zugriff per "Webbrowser" ist möglich. Dieser Weg erlaubt es auch iPhones und Blackberry Clients den Office Communications Server zu nutzen. - Monitoring und Logging
Und ab einer bestimmten Größe sollten Betriebsdaten der OCS-Verbindungen (Speziell bei der Telefonie) mit erfasst werden
All diese Erweiterungen kann ich aber hier nicht abschließend beschreiben, da hierzu eine genaue IST-Aufnahme der Umgebung und eine Aufnahme der Anforderungen erforderlich ist.
Unterstützung durch
Net at
Work:
Bitte kontaktieren Sie mich für ein ein individuelles Angebot.
Steuern der Enterprise Berechtigungen
Damit ein Benutzer mit einer "Standard CAL" nicht plötzlich doch über OCS telefoniert, kann der Administrator auf der Seite des Servers diverse Einstellungen pro Benutzer oder global vornehmen. Die einfachste Steuerung ist natürlich die Kontrolle der " Voice"-Funktion, welche erst explizit aktiviert und mit Parametern konfiguriert werden muss:

Wer hier eben nur "PC-to-PC Communication" hat, kann keine Telefonie-Funktion über Gateways nutzen und ist damit nur ein "Standard Benutzer".
Steuern der Enterprise Berechtigungen
Aber auch für Standardbenutzer kann man z.B.: den Funktionsumfang der Konferenzfunktion steuern. Per Default ist die Einstellung erst mal global eingestellt:

Man kann sich insofern schon fragen, warum Microsoft hier neben der "Default Policy" noch weitere Policies angelegt hat, die aber nicht mal beim Benutzer ausgewählt werden können. Dies funktioniert nur, wenn Sie global auf "Use per user policy" aktivieren.

Dann kann man pro Benutzer über die "Meeting Optionen" einstellen, welche Policy für diesen Benutzer zutreffend ist. Es ist aber immer nur genau eine Policy
Hier ein Beispiel, was Sie in einer Policy alles hinterlegen können.:

Wer natürlich nun unterschiedliche Kombinationen benötigt, muss entsprechend mehrere Policies definieren und den Benutzern zuweisen.
Weitere Berechtigungen
Neben den Policies für Audio/Video gibt es noch weitere Optionen, die für Benutzer aktiviert und deaktiviert werden können. Auch wenn diese nach meinem Wissen in der Standard CAL enthalten sind, könnte der Betreiber diese Funktion aus Sicherheitsaspekten abgeschaltet lassen oder vielleicht als Zusatzdienst kostenpflichtig aktivieren.

Der Betreiber muss ja die entsprechenden Rollen und Server vorhalten und kann so deren Nutzung auch gesondert freischalten und abrechnen.
Weitere Links
- UC verkaufen
- OCS Rollen
- OCS Licensing Site
http://www.microsoft.com/communicationsserver/en/us/pricing-licensing.aspx - Microsoft-Produktbenutzungsrechte (Juli
2009) (Word)
http://www.microsoftvolumelicensing.com/userights/Downloader.aspx?DocumentId=2430
Dieses Dokument ist quasi der "Master" mit den aktuell gültigen Aussagen. - Pricing and Licensing
http://www.microsoft.com/communicationsserver/en/us/pricing-licensing.aspx - Microsoft-Product List und
Microsoft-Produktbenutzungsrechte (PURs)
http://www.microsoft.com/germany/lizenzen/ueberblick/pur/default.mspx - OCS 2007 R2 - Licensing
http://blogs.technet.com/ilvancri/archive/2009/11/02/ocs-2007-r2-licensing.aspx - OCS R2 Licensing Explained
http://evangelyze.net/cs/blogs/mike/archive/2009/02/02/ocs-r2-licensing-explained.aspx









