Fernwartung

Da steht er nun, der Server im Rack oder der Besenkammer und arbeitet vor sich hin. Als Administrator ist es relativ unbequem vor einem Rack zu stehen und von unten mit Kaltluft angeblasen zu werden oder die Staubschicht der Besenkammer aufzuwirbeln. Aber auch der Mitarbeiter im anderen Bürotrakt oder vielleicht sogar der Außendienstmitarbeiter im Hotelzimmer stehen manchmal vor Problemen, bei denen sich der Helpdesk einfach nur wünscht, dem Anwender über die Schulter zu schauen. Der Entschluss steht fest: eine Fernwartung muss her.

Betrachten und betrachtet werden

Die meisten Programm unterscheiden in der Regel zwei Betriebsarten

Natürlich erschöpft sich die Anwendung nicht nur auf eine einfache Fernsteuerung. Die meisten Produkte und Programme erlauben auch eine Dateiübertragung und teilweise sogar Zugriffe auf Drucker und Soundkarte. Einige Programme erlauben auch die Umkehr der Betrachtungsrichtung, z.B. damit ein Supporter dem Anwender etwas von seinem lokalen PC "zeigen" kann. Auch eine Funktion kann sein, dass mehrere Personen gemeinsam auf ein System schauen.

Aus Gründen des Datenschutzes sollten normale Arbeitsplätze immer erst eine Aufforderung erhalten, um eine Fernsteuerung zu erlauben. Bei Servern wäre dies aber kontraproduktiv. Besonders die Programme, die einen Server ohne lokale Aktionen fernsteuern, sollten eine gesonderte Anmeldung erfordern. Ansonsten könnte ein Angreifer sich sehr einfach mit dem Desktop eines Servers verbinden, der nicht gesperrt wurde. Leistungsfähige Programme erlauben sogar eine Steuerung von Zugriffsrechten je nach Benutzer. Ein kleines AddOn für Supporter ist die Möglichkeit, eine Sitzung als Video mitzuschneiden, um die Veränderungen beim Kunden auch dokumentieren zu können.

Die Verbindung

Zwischen den beiden Programmen muss natürlich eine Verbindung aufgebaut werden. Hier gibt es drei Optionen:

Damit ist der Weg frei, einen entfernten Computer zu steuern. Hierzu gibt es nun eine breite Auswahl an Produkten und immer mehr auch schon im Betriebssystem enthaltenen Lösungen. Hier ein paar Beispiele der kostenfreien Wege:

Lösung Betriebssystem Zugriff auf Protokoll
Windows Terminal Services Windows 2000 Server
Windows 2003 Server
2 virtuelle Terminal
2 virtuelle Terminals + Konsole
TCP 3389
Windows Remote Desktop Windows XP Workstation Konsole/Desktop TCP 3389
NetMeeting mit Remote Desktop Freigabe Windows 2000 Server
Windows 2000 Workstation
Windows 2003 Server
Windows XP Workstation
Konsole/Desktop TCP 1730
+ dynamisch
VNC (TightVNC, UltraVNC, GenControl u.a.) Windows
Unix
Konsole/Desktop TCP 5900

Daneben gibt es natürlich auch jede Menge andere kommerzielle Programme, um ihre Server aus der Ferne zu kontrollieren, einen Mitarbeiter zu unterstützen oder selbst Hilfe von einem Dienstleister anzunehmen.

Fernwartung kostenfrei

Fernwartung über HTTP

Programme, die primär über HTTP/HTTPS und ein Gateway funktionieren.

Die hier genannten Preise hatte ich im Moment der Aufnahme recherchiert aber können Sich natürlich ändern. Zudem müssen die Anbieter ja den Zentralserver bereitstellen. Aussagen über deren Qualität und Verfügbarkeit kann ich leider nicht machen.

Sonstige Fernwartungsprodukte

Daneben gibt es natürlich noch jede Menge kommerzielle Programme, die klassische über eigene Protokolle eine Fernwartung und mehr erlauben, und sich für den Einsatz im internen Netzwerk und bei direkten Verbindungen der beiden Systemen eignen, wie

Da diese aber meist nicht per HTTPS über ein Gateway kommunizieren, ist eine direkte Verbindung zwischen den beiden PCs erforderlich. Sie eignen sich also eher für "interne" Zugriffe.

Keywords:Tools VNC Fernwartung