Spam und UCE - Filter: MTAMARK

Erstmalig gelesen habe ich von diesem Filter in der iX 5/2005 auf Seite 129

So funktioniert es

Im Internet können die Betreiber eines Mailservers einliefernde Systeme in zwei Klassen einteilen:

Normalerweise sprechen nur Mailserver miteinander. Versendet ein Absender eine Mail, so wird die von einem Client Arbeitsplatz erfolgen. Dieser Arbeitsplatz sendet die Mail an den Mailserver des Providers, der die Mail dann an den Mailserver des Empfängers weiterleitet. Es ist daher eigentlich nicht erforderlich, dass ein Endanwender direkt per SMTP eine Verbindung zu einem Mailserver aufbaut. Einige Provider sperren z.B. den Port 25, so dass Endanwender nicht direkt Mails versenden können. (Seit 1998 gibt es hierzu sogar eine RFC2476 - Message Submission, die den Port 587 für die Einlieferung von Nachrichten von Clients an den Server vorschlägt)

Spammer hingegen nutzen sehr oft die Anonymität von dynamischen Verbindungen, DSL oder Kabel-Netzwerken mit dynamischen IP-Adressen. Hinter diesen Adressen verbergen sich normalerweise nur Clients und diese senden ihre Mails per SMTP an den Server mit dem Postfach des Anwenders. Sie sollten daher nicht direkt an andere Mailserver senden.

MTAMARK basiert nun darauf, dass im DNS hinterlegt wird, von welcher IP-Adresse ein Mailserver seine Nachrichten versendet.. Damit ist dieser Ansatz nicht so weit gehen wie die Lösungen SPF/CallerID. Aber was hilft ein sehr gutes System, wenn es nicht einfach umzusetzen ist. Oft ist eine kleinere Lösung, die schnell umzusetzen ist. Das Sprichwort vom "Spatz in der Hand statt der Taube auf dem Dach" ist sicher jedem bekannt. Wenn nun alle Mailserver im Internet eine feste IP-Adresse hätten und im DNS auch als SMTP-Server gekennzeichnet wären, dann könnten alle Mailserver der Welt eingehende Verbindungen von nicht entsprechend gekennzeichneten IP-Adressen ablehnen.

Technisch ist dies ganze über DNS, bzw. genauer "Reverse DNS" realisiert. Über reverse DNS kann zu einer IP-Adresse ein Name aufgelöst werden. Über entsprechende Service Einträge kann damit auch die Funktion "SMTP" eingetragen werden:

_send._smtp._svr.1.2.168.192.in-addr.arpa IN TXT "1"
_send._smtp._svr.2.2.168.192.in-addr.arpa IN TXT "0"

Diese Einträge teilen der Welt mit, dass die IP-Adresse 192.168.2.1 einen SMTP-Server betreibt während von 192.168.2.2 niemand eine Mail annehmen sollte. Eine Qualifizierung von einliefernden Systemen könnte natürlich auch über Listen wie RBL oder DUL erfolgen, aber MTAMARK hat den Vorteil, dass viel weniger IP-Adressen in der Datenbank (hier DNS) hinterlegt sein müssen.

Probleme

MTAMARK ist sehr ähnlich zu SPF und SenderID. Auch hier wird der absendende Server qualifiziert. Entsprechend sind auch die Probleme von MTAMARK:

Insofern ist MTAMARK ähnlich wie SPF/CallerID ein interessanter Ansatz, aber meiner Meinung nach nicht sehr hilfreich. Allein die Markierung einer IP-Adresse als "Mailserver" ist zwar sehr viel einfacher als SPF/CallerID und damit theoretisch auch schneller umzusetzen, aber auf der anderen Seite dürfte dies keinen Spammer wirklich hindern, da MTAMARK nicht als Kriterium zur Blockade genutzt werden kann und als Kriterium für eine positive Bewertung ist MTAMARK auch wenig geeignet.

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Keywords:Spam Filter Attachment MTAMARK SPF