T-Mobile MDA3

Man könnte es fast als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk bezeichnen. Es ist der 12. November 2004 und auf meinem Tisch steht ein nagelneuer MDA-3 von T-Mobile. Vielleicht ist das ja ein adäquater Ersatz für das betagte iPaq 5450 ?.  Auf der Seite MDA3 und BES finden Sie die Beschreibung,  wie Sie den MDA für Blackberry fit machen.

Außen und Innen

Schick, kühl, grade mal so dick wie mein bisheriges Nokia 6310i aber natürlich etwas breiter, damit der Bildschirm mit seinen 240x320 Pixel Platz hat. Hier mal ein paar technische Daten:

Typ T-Mobile MDA3 Modell PH20B
LCD: 240x320 TFT mit 65536 Farben
Prozessor
RAM
Intel PXA263 400 MHz
128 MB RAM, 32MB Flash
Versionen Auslieferung:
ROM-Version: 1.06.01 GER vom 08/04/04
Radio Version 1.00.00  Protokoll Version 1337.30
ExtROM Version 1.06.115 GER

Nach Update vom Januar 2005 (Quelle: http://www.t-mobile.de/business/Blackberry/software)
ROM-Version: 1.22.01 GER vom 10/26/04
Radio Version 1.06.00  Protokoll Version 1337.38
ExtROM Version 1.22.118 GER

https://after-sales-service.t-mobile.de/eg_online/html/t-mobile.htm MDA Update Seite

Kommunikation WiFi
Bluetooth
Infrarot
GSM
Da bleiben keine Wünsche offen
Kamera 640x480 Pixel

Leider ist das Gerät nicht grade sehr leicht und weniger für die Hosentasche geeignet. Aber das kann man von einem Pocket PC nicht erwarten, da allein das Display eine gewissen Mindestgröße nicht unterschreiten darf.

Um trotzdem eine Tastatur unter zu bekommen, wird diese nach unten heraus geschoben. Das ganze Gehäuse ist waagrecht geteilt.

Die ausfahrbare Tastatur sieht auf den ersten Blick sehr brauchbar aus, aber für Vielschreiber ist sie schon sehr klein. Hier ein Vergleich mit meinem rechten Zeigefinger. Allerdings haben alle Tasten eine kleine gut zu spürende Erhebung, so dass selbst mit dicken Fingern fast immer die gewünschte Taste gedrückt wird.

Oben ist links und rechts je eine LED, die den verschiedenen Betriebszustand anzeigen. Die LEDs blitzen immer nur kurz auf. Einzige Ausnahme ist die Ladeanzeige.

LED Farbe Bedeutung
Links Grün blinkend WiFi eingeschaltet
Links Blau blinkend Bluetooth eingeschaltet
Rechts Grün blinkend GSM ein/Normalbetrieb
Rechts Rot blinkend Wichtige Information. Das kann sein:

- Erinnerung wird angezeigt
- GSM ein und Akkurestkapazität unter 10%

Rechts Orange leuchtend Gerät wird geladen
Rechts Grün leuchtend Gerät ist voll geladen

Telefonieren

Natürlich kann der MDA3 wie ein Telefon genutzt werden. Dazu reicht ein Druck auf die grüne beleuchtete Taste am unteren Rand und das Telefon wird samt Tastenfeld im Display eingeblendet.

Natürlich profitiert hier der Anwender von der Kopplung des Telefons an das Outlook Postfach, denn die Kontakte aus dem Postfach ist zugleich das Adressbuch für das Telefon. Jedem Kontakt kann zudem auch ein Bild und weitergehende Informationen zugewiesen werden, die bei einem eingehenden Ruf (mit Rufnummernübermittlung) dann auch angezeigt werden

Mit dem Kabelheadset oder einem angekoppelten Bluetooth Headset kann ich sogar während eines Telefonats auf dem PDA entsprechende Notizen aufzeichnen.

Durch die Kopplung mit dem Telefon werden für den Pocket PC nun auch zur Zugriffe auf SMS und MMS möglich.

Diese Nachrichten tauchen ebenfalls im Bereich Messaging mit auf.

Datenübertragung für ActiveSync einrichten

Der sicherlich größte Stolperstein ist die Verbindung zwischen MDA und Exchange Server. ActiveSync nutzt einfach TCP/IP und schert sich erst mal nicht über das darunter liegende Netzwerk. Das ist insofern einfach, da der MDA3 ja problemlos über viele Wege "ins Internet" kommen kann. Das kann ein WiFi Hotspot, eine ActiveSync Kopplung an einem PC oder eben das eingebaute GSM-Funktelefon sein.

Und hier muss man nach einiger Zeit einfach verstehen, was Pocket Windows unter "Internet" und "Firma" versteht. Für jede Verbindung wird entsprechende festgelegt, ob diese die Verbindung eben eine Verbindung zum "Internet" aufbaut oder eine Verbindung zur eigenen Firma aufgebaut wird. Primär wird damit gesteuert, ob ein HTTP-Proxy genutzt wird oder nicht. Allerdings ist in keiner Weise ersichtlich, wie sich Pocket Windows schützt. Eine "Personal Firewall", wie sie seit Windows XP SP2 vorhanden ist, ist nicht zu erkennen. Ein Portscan hat aber keinen einzigen offenen Port angezeigt. Anscheinend ist ein Pocket PC wirklich ein reinrassiger Client, der keine Serverdienste anbietet. Also auch kein "NetBios"

Als Verbindung zur "Firma" kann dann z.B. der interne WiFI Zugriffspunkt, eine explizit aufgebaute DFÜ-Verbindung oder eine VPN-Verbindung sein. Der besondere Wireless Manager sorgt dafür, dass die beste Verbindung genutzt wird. Diese können über

Bei einer aktiven WiFi Verbindung wird dies oben durch ein "W" dargestellt. Bei einer GRPS-Verbindung steht ein G an der Stelle. Es kann immer nur eine Verbindung gleichzeitig aktiv sein, was über den "Drahtlos-Manager" gesteuert wird. Trotzdem ist die Einrichtung alles andere als einfach.

Eine Umschaltung der gewünschten Verbindung erfolgt am einfachsten mit dem Drahtlos-Manager, derauf dem MDA3 zwar installiert, aber per Default nicht im Startmenü zu finden ist. Er kann aber über die Einstellungen des Startmenüs dort hinzu gefügt werden.

Sehr hilfreich für die Suche bei Problemen mit der Internetanbindung sind hier z.B. VxUtil von http://www.cam.com/vxutil.html, welches nützliche Tools wie PING, NSLOOKUP etc. für den Pocket PC anbietet.

GRPS mit MDA3

Zur Einrichtung müssen Sie mit Start - Einstellungen - Verbindungen gehen und dann Verbindungen anwählen:

Sie sehen immer genau zwei aktive Einträge. Hier ist es "ISP GRPS" und "Net at Work". Unter "Erweitert" erreichen Sie die Einstellmöglichkeit zur dieser Auswahl:

 

Unter "Netzwerke auswählen" können Sie einstellen, welche zwei ihrer vielen Profile für Internet und Firma genutzt werden. Damit wird klar, dass Pocket Windows immer genau EIN Profil für den Zugriff auf das Internet kenn und ein weiteres Profil für den Zugriff auf das Firmennetzwerk. Hinter jedem der Profile können Sich aber mehrere Verbindungen verbergen. Hier am Beispiel der "ISP GRPS" Einstellungen. Es gibt genau eine Verbindung namens GRPS mit folgenden Einstellungen.

Die Parameter sind hierzu sehr einfach gehalten. Einfach alles leer lassen. Je nach Vertrag kann im Zugriffspunktname auch ein "internet.t-d1.de" erforderlich sein, besonders wenn Sie auch im Ausland sind. In den erweiterten TCP/IP Einstellungen sollten Sie die IP-Adressen vom Server beziehen. Auf der Telekom-Seite steht aber auch, dass Sie hier den DNS-Server (193.254.160.1 und 194.25.2.129) manuell einstellen sollten.

Sie müssen eventuell Werte ihres GRPS-Providers eintragen. Vergleichbar können Sie auch direkte Verbindungen zum Firmennetzwerk konfigurieren. Wurde dann die Verbindung auf GRPS aktiviert, dann erhalten Sie bei der Synchronisation mit ActiveSync folgende Informationen:

Zuerst wird die Verbindung zu GRPS aufgebaut. Den Erfolg erkennen Sie am kleinen schwarzen "G" in der Kopfleiste. Wenn Sie auf diese Symbol drücken, sehen Sie die Meldung auf dem zweiten Bild. Die Verbindung zu GRPS ist natürlich der größte Vorteil, da hier pro Volumen und nicht pro Zeit abgerechnet wird. Trotzdem müssen auch das die Kosten im Blick gehalten werden. Denn "Bitgenau" wird auch hier nicht abgerechnet. Meist rechnen die Provider für jedes angefangene 10kB oder 100kB ab. Das kann auch schnell ins Geld gehen, wenn eine Replikation gerade mal 2kB benötigt und der 100kB-Tarif anliegt. Damit sie die Kosten im Block halten, liefert die Telekom auf einer CD das Programm Spb mit, welches ein Art "Verkehrsmessung" durchführt.

Das Programm integriert sich in die Heute-Leiste, und zeigt nicht nur die aktuelle Übertragungsrate und den Verbrauch an, sondern nutzt den Bereich gleich zu Kontrolle der Helligkeit und Batterie, zur Anzeige ob eine Verbindung besteht und der schnelle Link zum Internet Explorer und Posteingang. Damit die Abrechnung korrekt funktioniert, muss natürlich Ihr Datentarif hinterlegt und gepflegt werden.

Die Anwendung zeichnen grafisch auf, wann welche Datenmengen übertragen wurden und ein Bericht erlaubt eine Archivierung als Kontrolle. Inwieweit sich Ihr Mobilfunkprovider jedoch bei Unstimmigkeiten umstimmen lässt, kann ich nicht sagen.

Tipp:
Teuer wird GRPS besonders, wenn der PDA eine Verbindung aufgebaut hat und aufgrund zu kurz gewählter Ausschaltzeiten der PDA sich immer wieder selbst abschaltet. Dabei geht auch immer die GPRS-Verbindung verloren, da zwar das Telefon selbst aktiv bleibt, aber Windows angehalten wird. Wird nach dem Aufwecken die  Verbindung wieder frisch aufgebaut, wird das vorherige angefangene Paket voll gezählt und ein neues Paket angefangen.
Der Betrieb des PocketPC benötigt gar nicht soviel Strom. Es ist viel mehr die Hintergrundbeleuchtung, die am Akku saugt. Speziell wenn Sie per GRPS "online" sind, sollten Sie das automatische Ausschalten deaktivieren oder zumindest auf längere Intervalle stellen.

Auf der anderen Seite können Sie als Administrator natürlich auch im IISLog auf dem Server sehen, wer welche Datenmenge vom Server überträgt.

WiFi mit MDA3

WiFi Scanner:
Netstumber konnte nicht genutzt werden
WiFiFoRum hingegen hat die Karte erkannt.

Analog gilt es die Verbindung zu WiFi einzurichten. Das geht zum einen über den Drahtlosmanager aber zudem auch über die Verbindungen.

Sie müssen aber erst WiFi eingeschaltet haben, ehe Sie unter Netzwerkkarten auch die verschiedenen WiFi Hotspots einstellen können.

Die Karteikarte "Drahtlos" ist nur sichtbar, wenn WiFi auch aktiviert ist. Das ist besonders nervig, da der MDA3 per Default WiFi nach 2 Minuten ohne Verbindung wieder abschaltet. Auch in dieser Ecke ist wieder einzustellen, ob die Netzwerkkarte eine Verbindung zum Internet oder zur Firma aufbaut. Am besten dürfte es daher für den Administrator sein, wenn auch von intern der Zugriff auf ActiveSync genauso erfolgt, wie aus dem Internet. Dann bleibt in den DFÜ-Einstellungen für die Firma nur noch Platz für ein VPN.

Wenn eine Verbindung zu einem HotSpot nicht funktionieren will, dann sollten Sie die Anmeldedaten sicherheitshalber noch einmal prüfen

Kontrollieren Sie in den Einstellungen zur SSID die Authentifizierung. Erfolgt außer der Sicherung per WEP keine weitere Anmeldung, dann müssen Sie "Freigegeben" einstellen. Per Default steht hier "Öffnen", womit zumindest mein MDA3 nicht alle Accesspoints erreichen konnte.

MDA3 und ActiveSync

Natürlich kann der MDA3  als vollwertiges Pocket Windows mittels ActiveSync repliziert werden. Dies geht sowohl über die ActiveSync Software auf dem Desktop und das USB-Kabel als auch über WIFI und GRPS direkt mit dem Exchange Server. Siehe auch

MDA3 und Blackberry

Mit einem Update der Firmware vom Januar 2005 kann der MDA3 auch als Blackberry Client genutzt werden. Mehr dazu auf MDA3 und BES.

MDA3 und RoadSync

Das größte Problem des MDA3 ist natürlich Windows Mobile 2003, da damit kein Always Up-to-date (AUTD) möglich ist. Diese Funktion gibt es erst mit Windows Mobile 5 und MSFP. Aber hier können Sie mit dem Zusatzprodukt RoadSync abhelfen, welches DirectPush quasi nachrüstet.

Licht und Schatten

Wo viel Licht ist, list meist auch etwas mehr Schatten. Auch wenn der MDA sehr ausgereift ist und viele Funktionen sehr einfach bereit stellt, so gibt es natürlich auch immer etwas zu bemängeln.

Hallo MDA Pro Benutzer:

Wenn ich jedoch einem Anwender des Nachfolgers (MDA Pro) glauben schenken darf, dann sind dort all die Mängel beseitigt. Ich konnte das leider noch nicht selbst nachprüfen.

Welche "Fehler" sind im MDA Pro weg ?

Zusammenfassung

Der MDA3 ist ein nettes geniales Teil und sehr einfach zu bedienen. Vorbei sind die Zeiten, bei denen man mühsam per Infrarot frühere PDA's mit einem Mobiltelefon verbinden musste. Auch Bluetooth ist heute immer noch nicht so einfach mit GPRS.

Ein weiterer großer Vorteil könnte es werden, wenn zukünftig immer mehr eigene Anwendungen für Pocket Windows entwickelt werden. Durch die eingebaute quasi permanente Verbindung zum Internet oder zur Firma kann auch eine Kopplung zu Firmendaten hergestellt werden. Das ist sicher für Vertriebsnetze sehr interessant.

Für mich als Consultant ist es ein sehr nettes Gerät aber ich gebe es gerne an meine Kollegen weiter, da ich mit meinem Fullsize Notebook flexibler in der Funktion bin, natürlich auf Kosten der Mobilität. Und ein kleines Dauerläufertelefon trägt in der Hosentasche viel kleiner auf.

Der MDA3 ist genau das richtige Endgerät für eine bestimmte Nutzergruppe. (Siehe Mobile Clients). und so langsam finde ich an dem Gerät auch gefallen. Wenn Sie bei der Installation oder Einführung Unterstützung brauche oder die Funktion einfach mal "Live" sehen wollen, dann nutzen Sie einfach die Möglichkeit, über Net at Work die verschiedenen Lösungen zu besprechen.

Weitere Links

Keywords:MDA3 ActiveSync PocketOutlook GPRS MIS Blackberry RIM