Lync Topologybuilder

Der Topologybuilder ist ein zwingend erforderlicher Schritt vor der Installation von Lync. Beachten Sie dazu auch die Beschreibung der Reihenfolge auf Lync Deployment. Mit dem Topologybuilder wird die "Umgebung" bestehend aus den Servern mit ihren Funktionen und zentralen Einstellungen festgelegt und dann in die zentrale Konfigurationsdatenbank hochgeladen. Der Topologiebuilder muss nicht zwingend auf dem Lync Server installiert werden. Sie können Ihn auch auf einer Workstations installieren. Das eröffnet ihnen den Weg "offline" eine bestehende Konfiguration einzusehen, zu erstellen und anzupassen.

Entsprechend gibt es drei Anwendungsfälle für den Topologiebuilder:

Achtung:
Wenn Sie in der OCS-Umgebung Server und Funktionen verändern, dann müssen Sie manuell per Topologiebuilder diese Änderungen neu einlesen, damit Lync diese Änderungen erkennt. Es gibt hier keinen automatischen Abgleich !

Topologie erstellen und mergen

Direkt nach dem Start des Topologiebuilders werden Sie gefragt, woher Sie ihre Daten erhalten wollen:

Beim allerersten Start werden Sie natürlich "New Topology" nutzen. Später ist dann der erste Punkt, "Download Topology", korrekt. Hierbei sucht der Topologybuilder per LDAP im Active Directory nach der Information, wo die zentrale Managementdatenbank liegt, um dann per SQL-Abfrage von dort die XDS-Datenbank mit der enthaltenen XML-Konfiguration zu laden.

Starten Sie mit einer neuen Konfiguration, werden Sie aber auch sofort nach einem Dateinamen gefragt, noch ehe Sie den ersten Server addiert haben. Der Topologybuilder arbeitet immer mit dieser lokalen Datei. Mit einer leeren Datei startet sofort ein Assistent, welcher die zwingend erforderlichen Daten geführt abfragt. Auch wenn Sie diesen Assistenten abbrechen und alles von Hand eintragen können, Sollten Sie einfach die Fenster durchgehen und ihre Daten korrekt eintragen. Dies sind:

Nach diesem ersten Interview werden Sie gefragt, ob Sie nun gleich den ersten Frontend mit dem Assistenten einrichten wollen.

Achtung:
In Lync wird intensiv mit Zertifikaten und voll qualifizierten Hostnamen gearbeitet. Wenn der Assistent einen FQDN erfragt, dann sollten Sie nicht nur den "kurzen Netbios-Namen" eintragen.

Dieser Assistent erfragt die folgenden Daten (Auf Screencaptures der einzelnen Schritte verzichte ich hier):

Das Ergebnis ist eine vollständige Konfiguration, die natürlich um weitere Server und Dienste ergänzt werden kann

Hier ist ein Beispiel eines einzelnen Standardservers aufgeführt, welcher ohne Monitoring, Archivierung und TK-Anbindung auskommen darf.

Topologie einspielen

Der nächste Schritt ist das "Publizieren" der Topologie. Hierbei wird nicht nur die Konfiguration in den CMS publiziert, sondern auch es werden Auch die Computerkonten in die entsprechenden Gruppen aufgenommen, Freigaben berechtigt, SQL-Datenbanken angelegt etc. Damit dies fehlerfrei möglich ist, sollten Sie einige Voraussetzungen geschaffen haben.

Das Veröffentlichen können Sie an fast jeder Stelle über das Kontextmenü erreichen:

Es ist dennoch nicht ungewöhnlich, dass der erste Versuch vielleicht fehlschlägt. Die Meldungen sind dabei aber meist so aussagekräftig, dass sie schon selbst erkennen, woran es liegt. Stellen Sie den Missstand ab und versuchen Sie es einfach noch einmal.

Da beim Publish die Computer in Domänengruppen addiert werden und damit neue Berechtigungen erhalten, sollten Sie die Server nach der Active Directory Replikation und dem dem "Publish" einmal durchstarten.

Nach den Vorarbeiten folgt dann natürlich die eigentliche Installation der auf den Servern.

Topologie anpassen

Auch Lync-Umgebungen unterliegen einem Wandel. Veränderungen an Standorten, Gateway oder der Dimensionierung können es erforderlich machen, dass neue Server installiert oder Rollen verändert werden. Auch in einer gemischten Umgebung mit OCS2007 oder 2007R2 wird es natürlich im Rahmen der Migration immer wieder passieren, dass einige Rollen von OCS entfallen. Auch dann muss der Topologiebuilder genutzt werden, um über "Merge" die geändert Konfiguration aus OCS in die Lync-Umgebung zu übernehmen.

Hierzu starten Sie wieder den Topologiebuilder, welche ihnen wie schon Anfangs die Auswahl anbietet. Diesmal starten Sie mit ein dem "Download", um die laufende Konfiguration ihrer Umgebung zu laden. Aber auch diese will zuerst in einer Datei gespeichert werden.

Achtung:
Beim Start werden Sie nach einem Dateinamen gefragt. Dorthin speichert der Topologybuilder beim Start den aktuellen Stand aus dem Configurationstore. Aber auch beim "Publish" werden die aktuellen Werte in diese Datei gespeichert.

Mit diesem Wissen können Sie natürlich nun bei jedem Start einfach die Konfiguration mit einem passenden Dateinamen speichern. Ihre "vorherige Konfiguation" ist natürlich in der Datei des vorherigen Starts enthalten. Wenn Sie diese nicht im Zugriff haben, dann sollten Sie die soeben angelegte Datei kopieren oder mit "Save As" als anderer Name speichern.

Dies ist aber erst mal kein "Backup" ihrer aktuellen Konfiguration vor der Änderung, denn beim späteren Veröffentlichen (Publish) wird diese Datei überschrieben. Ein Backup erhalten Sie also nur, wenn Sie die Datei vor Änderungen kopieren oder mit "speichern Unter" eine neue . Wenn Sie vor Änderungen ihre Konfiguration sichern wollen, dann müssen Sie diese Datei vor dem "Publish" als "Save a Copy" speichern oder anderweitig kopieren

Tipp:
Ich habe mir angewöhnt die Lync-Konfiguration Datei auf einem zentralen Dateiserver mit einem entsprechenden Namen abzuspeichern. z:B. als "LyncConfig-201103041542-aenderungshinweis.tbxml" und dabei Datum/Zeit der Änderung als auch einen Hinweis darauf zu codieren. So erhalte ich eine History aller vergangenen Konfigurationen.

Nach der Änderung einer Konfiguration muss diese natürlich auch wieder veröffentlicht werden. Die Daten werden in den zentralen CMS hoch geladen und zusätzlich wird die lokale XML-Datei aktualisiert, die beim Start des Topologybuilders angegeben wurde.

Beachten Sie, dass die Replikation der Konfigurationsänderung vom zentralen Konfigurationsspeicher in die lokalen Instanzen etwas verzögert passiert. Mit folgendem Befehl können Sie prüfen, wie aktuell die Daten auf allen Servern ist

PS > Get-CsManagementStoreReplicationStatus

Erst wenn die Server aktuell sind, sollten Sie auf den Server über das Deployment Tool die Änderungen umsetzt.

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