OWA Absichern
Diese Seite ist im Verbund zu anderen Seiten der MSXFAQ zu sehen, die sich mit Outlook Webzugriff ISA-Server und SSL und Firewalls beschäftigen. Der Schwerpunkt liegt hier bei der Erläuterungen der verschiedenen Absicherungswege und Optionen und deren Wirkung.
Der nackte Server
Outlook Web Access ist eine Web-Anwendung, die auf einem IIS-Server auf dem Exchange Server ausgeführt wird und seit Exchange 2000 per Default installiert und aktiviert ist. Nun wissen wir aber alle, dass per URL-Anfragen ausgeführter Code häufig anfällig für Angriffe ist und da ist Exchange erst mal keine Ausnahme. Daher sollten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die eine Gefährdung reduzieren.
Die komplette Kette
Auf dem folgenden Bild sehen Sie eine umfangreiche Schutzkette, die den eigentlichen Exchange OWA-Server absichert.

Komponenten der Kette
| Kettenglied | Beschreibung |
|---|---|
| Portfilter | Ein Windows Server bietet weit mehr Funktionen an als nur den
IIS. Diese zusätzliche Ports sollten natürlich nie aus dem Internet
erreichbar sein. Ein Portfilter ist daher der billigste und
einfachste Schutz. Für den Zugriff per OWA ist genau genommen nur
der Port 443 (SSL) erforderlich. Portfilter können aber auch auf dem Server selbst (Windows Firewall) und internen Routern als zusätzlicher Schutz eingesetzt werden, denn auch intern gibt es Angreifer |
| SSL | Die Verwendung eines SSL-Zertifikats ist kein aktiver Schutz gegen direkte Angreifer, aber eine essentielle Komponente um ein Belauschen der Verbindung und der Kennworte zu verhindern. |
| Authentifizierung | Von Hause aus ist für den Zugriff auf das Postfach natürlich eine Anmeldung durch den Anwender erforderlich. Eine zusätzliche Sicherheit bietet natürlich ein vorgelagertes System, an dem Sie der Anwender anmelden muss, ehe er auf den eigentlichen OWA-Server weitergeleitet wird. Dies ist auch eine Möglichkeit, zusätzliche Authentifizierungsverfahren (Tokens) einzubinden. |
| URL Filter | Es ist sehr gut dokumentiert, welche URLs für den Zugriff auf
OWA erforderlich sind. (z.B. /exchange/* /public/* /exchweb/*
und /owa/*. Auch andere URLs für ActiveSync
(/Microsoft-Server-ActiveSync/*) oder Autodiscover und EWS sind
dokumentiert. Eine wichtige Komponente des Schutzschilds ist daher ein System, welches auch die URLs untersucht und nur Anfragen passieren zu lassen, die den Regeln entsprechen. Hier muss man natürlich zugestehen, dass der Microsoft ISA-Server für diese Protokolluntersuchungen wie geschaffen scheint. Aber auch andere Hersteller können mittlerweile mehr als nur den Pfad der URL zu validieren |
| IIS-Sicherung | Zuletzt steht natürlich der IIS auf der Prüfliste. Was nicht installiert ist, kann auch nicht erreicht werden. Es ist durchaus eine Überlegung, eigene Webseiten für bestimmte Dienste einzurichten, so dass die Sharepoint Webseite, die Webseite der Hardwareüberwachung und anderer Produkte, die sich im IIS gerne addieren, nicht von außen erreichbar sind. |
Die Trennung von OWA vom Mailbox Server bei Exchange 2007 (CAS-Rolle) ist eine weitere Schutzstufe. Die Frontend/Backend-Struktur von Exchange 2000/2003 hingegen bietet nur bedingt Schutz, weil der Frontend nach erfolgreicher Anmeldung die Daten nur zum passenden Backend Server weiter leitet. Dort ist aber weiter der IIS für die Generierung der Daten erforderlich.
Welcher Schutz passt ?
Ich kann ihnen im Rahmen der MSXFAQ keine fertige Konzeption zur Absicherung ihres OWA-Zugangs liefern. Klar ist aber, dass neben der sowieso erforderlichen Anmeldung zumindest ein Portfilter und ein SSL-Zertifikat implementiert werden muss. Aber auch die Integration eines ISA-Servers zwischen Internet und Exchange ist eine generell gute Idee, da damit zum einen die Anmeldung schon vorverlagert werden kann und zudem die URLs gefiltert werden können. Aber der ISA-Server kann noch mehr, da er je nach URL die Daten an verschiedene Server weiter leiten kann. Damit ist es sehr einfach möglich, unter einer IP-Adresse mit einem Zertifikat eine Webpräsenz zu betreiben, die je nach URL die Daten von verschiedenen internen Servern abruft. Ideal um mehrere Dienste zu kombinieren und den Schutz gibt es quasi dazu. Hier noch mal als Liste zur eigenen Bewertung.
| Thema | Beschreibung | Bewertung | Erfüllt |
|---|---|---|---|
|
URL Filterung |
Aus meiner Sicht ist diese eine der
wesentlichen Funktionen einer
Application Firewall für Exchange OWA
und mehr. Erst die Filterung der
Zugriffe zumindest nach URL-Pfaden ist
eine Pflicht für jede Schutzsoftware.
Ansonsten können Sie ja einfach Port 443 aus dem Internet auf machen und den IIS hoffentlich sicher betreiben |
Hoch | |
| SSL Offloading | Wenn ein System die URLs überprüfen will muss es den SSL-Tunnel aufbrechen und das geht nur, wenn das System selbst SSL-Endpunkt ist. Wenn Sie die Verbindung zum internen System dann nicht weiter per SSL Verschlüsseln, entlasten Sie den Server intern. Wobei dies bei den heutigen CPU-Leistungen weniger ein Problem darstellen dürfte. | ||
| User Preauthentication ? | Eine vorgelagerte Lösung kann auch schon die Credentials des Benutzers Abfragen und die Gültigkeit (z.B. gegen das AD, gegen LDAP oder Radius) prüfen und Zugriffe anhand von Gruppen gewähren oder verweigern. | ||
| Starke Authentifizierung | Die Benutzerauthentifizierung kann natürlich über Tokens, Smartcards o.ä., noch sicherer gestaltet werden. OWA selbst kann z.B. kein RSA o.ä von Hause aus und wenn sie mehrere Webseiten betreiben, dann wollen Sie das sicher nicht auf jeder Webfarm einbinden, zumal diese hohe Sicherheit ja für interne Zugriffe oft gar nicht erforderlich oder gewünscht ist. Auch hier ist ein passendes Gateway der richtige Platz. | ||
| URL Content Inspection | Einige Produkte können auch die URL selbst noch „genauer analysieren, d.h. "verstehen" genauer was OWA macht und braucht und können z.B. auch zwischen POST, GET, etc. unterscheiden. | ||
| Portalgedanken | Interessant wird es, wenn Sie über ein Gateway auch weitere interne Dienste veröffentlich können, z.B. indem Sie abhängig von der URL andere interne Webserver anbinden. Das kann Sharepoint sein, aber auch eine Monitoring-Anwendung, RDP over HTTP, SSL-VPNs etc., die auch mehr und mehr HTTPS nutzen. Hier ist es dann wichtig, dass je URL unterschiedliche Anmeldungen unterstützt werden aber auch eine Anmeldung quasi als "Single SignOn" für alle Dienste genutzt werden kann. | ||
| TCP Session Alive | Einige Anwendungen wie z.B. ActiveSync stellen besondere Anforderungen derart, dass TCP-Sessions bis zu 28 Minuten “aktiv” bleiben müssen. Trennt eine Firewall/Proxy die Verbindung aufgrund „Inaktivität“ sehr früh (z.B. nach 2 Minuten TCP Timeout), dann verbindet sich der Client eben sehr oft (Datenvolumen, aber vor allem Akkulaufzeit). Hohe Timeouts können andererseits auch das System belasten, da die Sitzungstabelle auch kurze Verbindungen lange vorhalten muss. (Speicher) | Wichtig | |
| SSL-Zertifikate | Wer z.B. Exchange CAS direkt veröffentlicht, braucht eventuell viele eigentlich nur intern genutzte Namen auch auf dem öffentlichen Zugang. Das „verrät“ etwas von innen und kostet zusätzlich Geld. Teilweise geht es auch nicht, dass man „server.firma.intern“ in eine SAN-Zertifikat packt. Ein Proxy kann extern einfach nur die wenigen öffentlichen Namen (z.B. Webmail.firma.tld und autodiscover.firma.tld) bereitstellen und intern kann mit eignen Zertifikaten gearbeitet werden | ||
| Lastverteilung | Zuletzt kann so ein System natürlich auch mehrere interne Server (z.B. ein CAS-Array) veröffentlichen und sogar besser als ein NLB die Verfügbarkeit überwachen. Siehe auch NLB unter "NLB und ISA/TMG" |
Es gibt also schon einige Gründe, ein ordentliches System zwischen Internet und Exchange zu stellen. Ideale Funktion bietet natürlich ein Microsoft ISA oder Microsoft TMG-Server. Das heißt aber nicht, dass andere System nicht auch funktionieren.
URLs zur Veröffentlichung
Ein Portfilter alleine ist mir fast immer zu wenig. Daher würde ich immer einen URL-Filter mit einsetzen, der den internen Webserver vor Anfragen an nicht gewünschte URLs blockiert. Diese sind.
| URL | Bedeutung | Exchange Version |
OWA 2000 2003 |
OWA 2007 |
OWA 2010 |
ActiveSync |
Outlook 2003 RPC |
Outlook 2007 |
Outlook 2010 |
WAP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Autodiscover | Autodiscover für Outlook 2007/Exchange 2007 |
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![]() |
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| EWS | Exchange 2007 "Web Services" für OOF, Free/Busy, Regeln |
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| Exchange | OWA Haupt-URL für Postfachzugriff mit Exchange 2000/2003 |
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| ExchWeb | OWA Haupt-URL für Icons, StyleSheets, Javaskripte etc. |
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| Microsoft-Server-ActiveSync | URL für PDA Synchronisation, Pushmail |
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| OAB | Exchange 2007/2010 Download für Offline Adressbücher |
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| OMA | Exchange 2003 WAP Zugriff |
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![]() |
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| OWA | OWA Haupt-URL für Postfachzugriff mit Exchange 2007/2010 |
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![]() |
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| Public | OWA Haupt-URL für Öffentliche Ordner 200/2003. In Exchange 2007/2010 vorhanden, lenkt aber auf /OWA um |
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![]() |
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| ExAdmin | Verwaltung für öffentliche Ordner. Nur intern genutzt. |
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| Rpc | RPCoverHTTP-Proxy für Outlook 2003/2007 und 2010 |
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![]() Nur mit RPC/HTTP |
![]() Nur mit RPC/HTTP |
![]() Nur mit RPC/HTTP |
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| RpcWithCert | RPC mit Zertifikat. Bislang noch nicht genutzt ? |
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| UnifiedMessaging | Exchange 2007 UM Zugriffe und Einstellungen |
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![]() |
![]() |
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| ECP | Exchange 2010 Control Panel |
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| Sonstige URLs | Werden nicht genutzt und sollten auch gesperrt werden |
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Addieren Sie einfach die jeweiligen Dienste, die sie verwenden wollten und schon wissen Sie, welche URLs in der Firewall freizugeben sind.
Achtung Case Sensibel
Einige Firewalls und Reverse Proxy-Systeme (z.B. Apache) sind Case-sensible
(Großschreibung/Kleinschrift). So ist im IIS das Verzeichnis "/Rpc"
eingetragen, während der Client aber "/rpc" anfordert. Für den ISA oder IIS
ist das kein Problem.
Firewalls mit Exchange 2000/2003 Frontend und Exchange 2007/2010 CAS-Servern
Es gibt viele Ideen, wie ein Front End Server nun für das Internet erreichbar gemacht werden kann. Der Frontend Server darf bei Exchange 2000/2003 zwar in die DMZ gestellt werden, was auf Grund der notwendigen Verbindungen nach innen aber sehr aufwändig ist. Zudem ist die Verbindung zwischen Frontend und Backend per Default nicht verschlüsselt und kann eventuell von einem anderen System in der DMZ abgehört werden. (Lösung IPSEC). Ein Front End Server direkt innen per NAT erreichbar zu machen ist aber auch nicht optimal, da der IIS nicht immer fehlerfrei ist oder nicht 100% sicher konfiguriert wird.
- Front-End Server in a Perimeter Network
http://technet.microsoft.com/en-us/library/aa996948%28EXCHG.65%29.aspx - How to Set Up a Front-End and Back-End Topology with
a Front-End Server in a Perimeter Network
http://technet.microsoft.com/en-us/library/aa996212%28EXCHG.65%29.aspx - 270836 Exchange Server static port mappings
Bei Exchange 2007/2010 ist die Installation in einer DMZ einfach nicht unterstützt, d.h. zwischen dem CAS-Server und den Postfachservern darf keine Firewall sein
- Planning for Client Access Servers
http://technet.microsoft.com/en-us/library/bb232184.aspx
Installation of a Client Access server in a perimeter network isn't supported.
Daher gibt es eine ziemlich ideale Lösung, die aber einen entsprechenden Einsatz von Hardware und Software erfordert.

Quelle: Microsoft
In der DMZ steht ein ISA-Server, welcher als reverse Proxy nur die gewünschten Verzeichnisse /EXCHWEB, /EXCHANGE, /PUBLIC /OMA nach außen freigibt und unerlaubte URLs (URLSCAN) blockiert. Damit ist der IIS auf dem Frontend Server optimal geschützt. Zusätzliche Autorisierungen (RSA, SecureComputing) sind ebenfalls möglich.
Weitere Informationen finden Sie auch auf:
Weitere Links
- Exchange und Firewall und Folgeseiten
- Outlook Webzugriff
- Outlook Webaccess Exchange 5.5
- Outlook Webzugriff 2000
- Outlook Webzugriff 2003
- OWA2007
- WebProxy
- ISA-Server und SSL
- Apache
- ISA: Publishing Exchange Server 2007 with ISA Server 2006
http://technet.microsoft.com/en-us/library/bb794751.aspx
Enthält auch eine Übersicht der URLs - More Whitepapers to Help You Securely Publish Exchange
http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2010/12/06/457128.aspx - White Paper - Publishing Exchange Server 2010 with Forefront
http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=197136
http://www.microsoft.com/downloads/en/details.aspx?FamilyID=894bab3e-c910-4c97-ab22-59e91421e022&displaylang=en - Using IPsec to Secure Access to Exchange
http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=207227
http://www.microsoft.com/downloads/en/details.aspx?FamilyID=e0aef6d7-921b-4aa0-be86-ef56ba078a22&displaylang=en - Using TMG and UAG to Securely Publish Outlook Web App and Exchange
Activesync with Certificate Based Authentication
http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=207228
http://www.microsoft.com/downloads/en/details.aspx?FamilyID=04eea304-999b-41c4-a7b3-02c99681ae74&displaylang=en










